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Interview ältester Pfingstball Besucher - „Ich tanze seit meinem achten Lebensjahr“

Wenn man in Münster zum Pfingstball oder dem Tanztee mit der TV Münster-Bigband geht, fällt einem ein Gast besonders ins Auge: Ein älterer Herr, elegant gekleidet, mit bunter Krawatte, immer höflich, wirbelt mit seiner Frau über die Tanzflächen im Saal. Die meisten kennen ihn schon, auch vom Bürgermeister wird er mittlerweile per Handschlag begrüßt: Franz Stockdreher ist 82 Jahre alt und kommt aus Rodgau. Er besucht viele Tanz-Events in der Region. Lena Brunn (Kulturbeauftragte Gemeinde Münster) hat mit ihrem liebsten Gast geredet, über seine Anfänge und seine Passion, über seine unzähligen Hobbys und Aktivitäten und warum er sich gerade in der Kulturhalle Münster auf der Tanzfläche so wohl fühlt.

 

Wie sind Sie auf den Pfingstball aufmerksam geworden?

Wir haben auf dem Silvesterball in Münster vom Pfingstball erfahren. Da sind wir dann hingefahren; das war wunderschön. Es hat uns sehr gut gefallen und seitdem sind wir bis auf 2015 immer dabei gewesen. In jenem Jahr ging es nicht, weil meine Frau einen Fersenbruch hatte.

Man sieht Sie aber mit verschieden Frauen tanzen…

Meine Tochter war einmal dabei und will dieses Mal wahrscheinlich auch wieder mitkommen. Ich tanze sehr gerne auch schnelle Tänze – Boogie oder Jive. Das hat meine Frau früher auch gemacht, aber diese schnellen Drehungen, die kriegt sie wegen des Bruchs der Ferse nicht mehr so gut hin. Deshalb brauche ich eine flotte Tänzerin. Das ist meine Tochter.

Haben Sie das Tanzen richtig gelernt?

Ja, sicher. Ich tanze seit meinem achten Lebensjahr in Ostpreußen auf unserem Bauernhof in der Familie. Nach der Flucht, in der späteren DDR in Mecklenburg, wurde bei Festen auch immer getanzt. Aus politischen Gründen durfte ich nicht in die weiterführende Schule gehen und bin daher mit 15 Jahren zu meiner Tante nach Berlin gezogen. Dort habe ich Unterricht beim Deutschen Meister in Standardtanz gehabt. Cha-cha-cha und sowas gab es damals noch nicht, Tango und Rumba schon. In den 50ern war ja auch der Boogie-Woogie ganz groß. Das war meine Sturmzeit in Berlin, als ich studiert habe. Wir waren viel bei der Katholischen Jugend tanzen. Dort habe ich meine Frau beim Tanzen kennengelernt, die Familie gegründet und bin immer weiter tanzen gegangen.

Haben Sie noch weitere Hobbys?

Ja, seit knapp 20 Jahren mache ich Keramik. Die höchste Plastik steht in meinen Garten, die ist 5 Meter hoch. Die hat der Bürgermeister von Rodgau eingeweiht. Und ich bin im deutsch-französischen Club und wir fahren auch im Mai wieder nach Frankreich in die Partnerstadt Puiseaux. Zur Jahrtausendwende habe ich eine große Glocke getöpfert, mit der wir in Rodgau das Jahr 2000 eingeläutet haben. Wenn Sie in unseren Kalender schauen, ist immer was los.

Dieses Jahr sind Sie beim Pfingstball aber sicher wieder dabei, oder?

Ich komme mit meiner jetzigen Frau und meiner Tochter. Da treffen wir auch immer Freunde. Meistens sehen wir dort mehrere, die wir kennen.

Wie informieren Sie sich? Worüber beziehen Sie Ihre Informationen zu den Münsterer Tanzveranstaltungen?

Erstmal erkundigen wir uns selber in Münster und dann passe ich hier in der Zeitung immer genau auf. Dieses Mal sind Sie uns zuvor gekommen, weil Sie mich angerufen haben (lacht). Das lassen wir uns natürlich nicht entgehen. Da wir nicht die örtliche Presse von Münster bekommen, hier aber eine Bekannte bei einem Rodgauer Zeitungsverlag haben, sind wir extra immer hingegangen, um uns die Zeitung von Münster zu holen, sodass wir ja nix verpassen.

Was macht die Veranstaltungen in Münster für Sie aus?

Die TVM-Bigband ist für uns eine der besten Bigbands in der Umgebung, die gute Tanzmusik macht. Als die HR Bigband mal in Münster war und die TVM-Bigband im Foyer spielte, hat sich keiner getraut zu tanzen. Da haben wir gesagt: So schöne Musik und keiner tanzt, das geht nicht. Damals haben wir einen riesen Applaus – auch vom Dirigenten und den beiden hübschen Sängerinnen – bekommen. Sie singen prima und der Moderator, der auch Trompete spielt, macht immer so wunderbare Moderationen. Das begeistert uns beide sehr. Ebenso die schöne Kulturhalle, die anderen tanzenden Gäste und die Bewirtung.

Wann und Wo?

Samstag, 19. Mai 2018, 19:30 Uhr (Einlass 18:30 Uhr), Kulturhalle Münster, Friedrich-Ebert-Straße 73. Tickets erhältlich im Rathaus, in allen ztix-Vorverkaufsstellen oder online unter www.kulturhalle-muenster.de.

Bildunterschrift: Franz Stockdreher mit seiner Tochter Marion Martin auf der Tanzfläche des Pfingstballs 2017. Foto: Lena Brunn

 

Foto: Vorschaubild zur Meldung: Interview ältester Pfingstball Besucher - „Ich tanze seit meinem achten Lebensjahr“

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Deshalb bedanken wir uns ganz herzlich bei unseren Kultur-Partnern & Kultur-Förderern.

 
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